
Definition:
Die Zöliakie ist eine chronische Erkrankung, die sich nicht nur auf den Darm beschränkt, sondern auch die verschiedensten Organsysteme betreffen kann. Dies ist der Gund, wieso die Zöliakie auch als Systemerkrankung bezeichnet wird.
Es besteht eine lebenslange autoimmune Reaktion gegenüber dem Klebereiweiß Gluten und der Unterfraktion Gliadin bzw. den Getreideeiweißen.
Gluten/Gliadin kommt in den Getreidearten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, sowie in den alten Weizensorten Einkorn, Emmer und Kamut vor.
Alle Menschen, ob Kindern oder Erwachsenen, alle können mit entsprechender genetischer Veranlagung betroffen sein. Die Aufnahme von glutenhaltigen Lebensmitteln führt bei allen zu einer Immunreaktion des Darms mit chronischer Entzündung.
Im Rahmen der Erkrankung kommt es zur Bildung von Antikörpern und Schleimhautveränderungen im Zwölffingerdarm.
Welche Konstellation bei Zöliakie in Bezug auf die genetischen Merkmale, die Antikörper und die Ausprägung der Schleimhautveränderungen gefunden werden, kann individuell sehr unterschiedlich sein.
Die Zöliakie ist somit weder eine Allergie gegen Gluten oder Weizen, noch eine Unverträglichkeit. Es handelt sich um eine autoimmune Reaktion!
Hauptunterschiede Zöliakie und Glutenunverträglichkeit:
- Zöliakie:
Die Zöliakie ist eine Autoimunerkrankung. Es wird bei der Gluten Aufnahme das Immunsystem und die Dünndarmschleimhaut angegriffen. Dies führt zur Zottenatrophie. Bereits kleinste Spuren von Gluten lösen Schäden aus. Diagnostiziert wird die Zöliakie über Bluttests (Antikörper) und einer Biopsie. - Glutenunverträglichkeit (Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität):
Eine Glutenunverträglichkeit verursacht Beschwerden. (Bauchschmerzen, Blähungen, Müdigkeit)
Allerdings gibt es keine entzündliche Schädigung des Darms. Diagnostiziert wird eine Unverträglichkeit durch den Ausschluss von Zöliakie und einer Weizenallergie.
Bei einem gesunden Menschen wird die aufgenommene Nahrung im Dünndarm in ihre Bestandteile zerlegt und die Nährstoffe gelangen über die Schleimhaut in den Körper. Für eine möglichst große Oberfläche zur Nährstoffaufnahme, ist der Dünndarm mit vielen Falten (Fachbegriff: Zotten) ausgekleidet.
Bei Zöliakie Betroffenen führt die Zufuhr von Gluten zu einer Entzündung in der Darmschleimhaut, was zur Folge hatt, dass die Zotten sich zurückbilden.
Die Oberfläche des Dünndarms verringert sich somit und nicht mehr genügend Nährstoffe können aufgenommen werden.
Dies ist der Grund, warum im Laufe der Erkrankung ein Nährstoffdefizite entstehen kann. Dieses Defizit zieht dann eine Reihe der Beschwerden mit sich. Einige der Krankheitszeichen entstehen aber vermutlich auch durch entzündliche Prozesse an den Organen und Strukturen außerhalb des Darmes. Bei diesen Vorgängen ist es leider noch weitgehend ungeklärt, wie sie zustande kommen.
Wie entsteht die Zöliakie?
Die erblichen Faktoren spielen hierbei eine wichtige Rolle.
Sie bilden die Grundlage für die Erkrankung.
Darüber hinaus ist der Verzehr von glutenhaltigen Lebensmitteln eine Voraussetzung. Aber auch das Immunsystem, Infektionen, die übrige Ernährung und andere Umweltfaktoren scheinen die Entwicklung der Krankheit zu beeinflussen. Leider sind die komplexen Zusammenhänge der Entstehung bisher noch nicht geklärt.
Verträglich:
- Grds. Alle glutenfreien Teigwaren/ Mehle
- Grds. Kartoffelmehl
- Grds. Reismehl
- Johannisbrotkernmehl
- Hirseflocken
- Nüsse / Mandeln frisch
Lagerung/ Zubereitung:
- Auf saubere Arbeitsflächen achten
- Schürze wechseln, Hände waschen
- Separate Dosen etc. verwenden
- Essen beschriften
- Frisch kochen
- Fertigessen vermeiden
Einkaufen:
- Kennzeichnung/ Zutatenlisten beachten („glutenfrei, Bild einfügen)
- Apps benutzen (z.B. InTolerApp)
- Von Natur aus glutenfreie Lebensmittel kaufen
Zu spät? Erfahrungen zeigen, dass dir folgendes helfen könnte:
- Stilles Wasser trinken
- Entspannen / Ruhig bleiben
- Wärmflasche/ Kirschkernkissen
- Gesicht mit lauwarmen Wasser waschen
- Bequeme Kleidung
- Bauch massieren
- kalter Waschlappen